Kategorie: Automatisierung

Automatisierung in Rechnungswesen, Logistik und Vertrieb: Was sich sicher automatisieren lässt und wie Routinearbeit spürbar weniger wird.

  • Was ist der LZV-Faktor und wie finden Sie Zeitfresser im Fulfillment?

    Was ist der LZV-Faktor und wie finden Sie Zeitfresser im Fulfillment?

    In vielen Unternehmen arbeiten Innendienst, Buchhaltung und Versand jeden Tag am Limit und haben trotzdem das Gefühl, nicht voranzukommen. Ein großer Teil der Zeit fließt in Tätigkeiten, die niemand bewusst eingeplant hat: Daten von einem System ins andere übertragen, Listen abgleichen, bei Kollegen nachfragen. Genau diese Zeit macht der LZV-Faktor sichtbar.

    Kurz gesagt: Der LZV-Faktor (Lebenszeit-Vernichtungs-Faktor) beschreibt nach intellicon „die Stunden, die Menschen täglich an Routinearbeit verlieren, die längst eine Maschine erledigen könnte: Daten transportieren, abgleichen, zuordnen, dokumentieren“. Die größten Zeitfresser finden Sie, indem Sie die Auftragsabwicklung vom Bestelleingang bis zur Zahlung Schritt für Schritt aufnehmen und für jeden manuellen Schritt Häufigkeit und Dauer erfassen. Wo beides hoch ist und die Regel klar, lohnt sich Automatisierung zuerst.

    Was bedeutet der LZV-Faktor?

    Der Begriff stammt von intellicon und steht für Lebenszeit-Vernichtungs-Faktor. Gemeint ist nicht Arbeit an sich, sondern ein bestimmter Teil davon: Routinetätigkeiten, die nach festen Regeln ablaufen und deshalb von Software erledigt werden könnten. Typisch sind vier Arten von Tätigkeiten, die in der Definition genannt werden: Daten transportieren, abgleichen, zuordnen und dokumentieren.

    Der Gedanke dahinter ist einfach. Jede Minute, die ein Mensch damit verbringt, eine Bestellnummer abzutippen, fehlt für Aufgaben, bei denen Urteilsvermögen gefragt ist, etwa für die Beratung eines Kunden oder die Klärung eines echten Sonderfalls. Der LZV-Faktor lenkt den Blick also nicht auf Personalkosten, sondern auf Zeit, die sinnvoller eingesetzt werden könnte.

    Wo entstehen die typischen Zeitfresser?

    In Unternehmen mit Shop, ERP und Versand finden sich Routinearbeiten häufig an den Übergängen zwischen Systemen. In Projekten sehen wir immer wieder ähnliche Muster:

    • Bestelleingang: Bestellungen per E-Mail oder PDF werden von Hand ins ERP übertragen.
    • Stammdaten: Artikel, Preise und Bestände werden in Shop und ERP doppelt gepflegt.
    • Versand: Adressen werden in Paketportale abgetippt, Sendungsnummern zurückkopiert.
    • Statusauskunft: Kunden fragen nach Lieferstatus oder Belegen, der Innendienst sucht und antwortet.
    • Zahlungen: Zahlungseingänge von Bank und Zahlungsanbietern werden einzeln offenen Posten zugeordnet.
    • Rechnungseingang: Eingangsrechnungen werden aus Portalen heruntergeladen und von Hand erfasst.

    Für einige dieser Stellen haben wir eigene Beiträge geschrieben, zum Beispiel zu Bestellungen aus E-Mails automatisch erfassen und zu Zahlungseingängen automatisch in Sage 100 verbuchen.

    Wie finden Sie die größten Zeitfresser?

    Eine Prozessaufnahme muss nicht aufwendig sein. Wichtig ist, dass sie bei den Menschen ansetzt, die die Arbeit täglich machen. Bewährt hat sich folgende Schrittfolge:

    1. Strecke festlegen: Wählen Sie einen durchgehenden Ablauf, etwa vom Bestelleingang bis zum Zahlungseingang.
    2. Schritte aufschreiben: Lassen Sie die beteiligten Mitarbeiter jeden Arbeitsschritt beschreiben, auch die kleinen Handgriffe zwischendurch.
    3. Systemwechsel markieren: Kennzeichnen Sie jede Stelle, an der Daten von einem Programm in ein anderes übertragen werden.
    4. Häufigkeit und Dauer schätzen: Notieren Sie, wie oft ein Schritt pro Tag vorkommt und wie lange er ungefähr dauert.
    5. Regelhaftigkeit bewerten: Prüfen Sie, ob der Schritt festen Regeln folgt oder echte Entscheidungen erfordert.
    6. Prioritäten setzen: Beginnen Sie mit Schritten, die häufig vorkommen, viel Zeit kosten und klar geregelt sind.

    Für die Schätzung genügt eine einfache Rechnung: Dauer pro Vorgang mal Anzahl der Vorgänge pro Tag mal Arbeitstage im Jahr. Das Ergebnis ist keine exakte Messung, macht aber Größenordnungen vergleichbar. Eine Tabelle wie diese hilft beim Sortieren:

    ArbeitsschrittVorgänge pro TagMinuten pro VorgangFolgt festen Regeln?Priorität
    z. B. Bestellung aus E-Mail ins ERP übertragen(Ihr Wert)(Ihr Wert)ja / teilweise / neinhoch / mittel / niedrig
    z. B. Sendungsnummer an Kunden melden(Ihr Wert)(Ihr Wert)ja / teilweise / neinhoch / mittel / niedrig
    z. B. Zahlung einem offenen Posten zuordnen(Ihr Wert)(Ihr Wert)ja / teilweise / neinhoch / mittel / niedrig

    Was lässt sich automatisieren und was bleibt beim Menschen?

    Nicht jeder Schritt sollte automatisiert werden. Ein guter Maßstab ist die Frage, ob eine Entscheidung sicher nach Regeln getroffen werden kann. Ordnet eine Software eine Zahlung eindeutig einem offenen Posten zu, braucht es keinen Menschen. Passt der Betrag nicht oder fehlt der Verwendungszweck, sollte der Fall gezielt bei einer Person landen.

    Diesem Prinzip folgt auch intellicon Commerce für die Automatisierung im E-Commerce-Fulfillment: Die Lösung sitzt laut Anbieter über ERP, CRM, Logistik und Versand und automatisiert die Strecke dazwischen. Unklare Fälle landen in einer Klärliste statt in einem Fehlerprotokoll, die Letzthoheit bleibt beim Menschen.

    Wie hilft ein Workshop bei der Analyse?

    Wer die Aufnahme nicht allein machen möchte, kann sie begleiten lassen. intellicon bietet einen Workshop zur E-Commerce- und Fulfillment-Automatisierung an, der den LZV-Faktor ausdrücklich zum Thema macht. Der Tagesworkshop findet vor Ort oder remote statt und richtet sich an Unternehmen mit Shop, ERP und Fulfillment.

    Inhaltlich umfasst er laut Anbieter eine Ist-Aufnahme, eine Schwachstellenanalyse und priorisierte Maßnahmen. Als Ergebnis erhalten Sie einen Abschlussbericht, eine priorisierte Maßnahmenliste, eine Lösungsskizze und damit eine Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte.

    Worauf sollten Sie achten?

    Die Schätzwerte aus einer Prozessaufnahme sind Annahmen, keine Messwerte. Sie eignen sich, um Prioritäten zu setzen, nicht als exakte Grundlage für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Wie viel Zeit sich tatsächlich einsparen lässt, hängt vom Geschäftsmodell, von der Datenqualität und von den vorhandenen Systemen ab.

    Achten Sie außerdem darauf, die betroffenen Mitarbeiter früh einzubinden. Sie kennen die Ausnahmen, die in keinem Prozessdiagramm stehen. Und sie sollten erleben, dass Automatisierung ihnen lästige Arbeit abnimmt, statt sie zu kontrollieren.

    Häufige Fragen

    Wofür steht die Abkürzung LZV?

    LZV steht für Lebenszeit-Vernichtungs-Faktor. Der Begriff stammt von intellicon und beschreibt die Stunden, die Menschen täglich an Routinearbeit verlieren, die eine Maschine erledigen könnte, also Daten transportieren, abgleichen, zuordnen und dokumentieren.

    Wie messe ich den LZV-Faktor in meinem Unternehmen?

    Nehmen Sie einen durchgehenden Ablauf auf und schätzen Sie für jeden manuellen Schritt, wie oft er pro Tag vorkommt und wie lange er dauert. Multipliziert mit den Arbeitstagen ergibt sich eine Größenordnung. Das Ergebnis ist eine Schätzung, die vor allem zum Setzen von Prioritäten dient.

    Welche Prozesse sollte ich zuerst automatisieren?

    Am meisten bringen Schritte, die häufig vorkommen, viel Zeit kosten und festen Regeln folgen. Schritte, die echte Entscheidungen erfordern, bleiben besser beim Menschen. Oft liegen die ersten Kandidaten an den Übergängen zwischen Shop, ERP und Versand.

    Was ist das Ergebnis des intellicon-Workshops?

    Laut intellicon erhalten Sie einen Abschlussbericht, eine priorisierte Maßnahmenliste, eine Lösungsskizze und damit eine Entscheidungsgrundlage. Der Workshop dauert einen Tag und findet vor Ort oder remote statt.

    Wenn Sie die Zeitfresser in Ihrer Auftragsabwicklung gemeinsam mit Fachleuten aufspüren möchten, finden Sie die Details zum Workshop zur E-Commerce- und Fulfillment-Automatisierung; einen Überblick über die Automatisierungsberatung für E-Commerce mit Sage 100 gibt es ebenfalls. Für ein erstes Gespräch buchen Sie eine kostenlose Erstberatung von 30 Minuten.

  • E-Rechnungspflicht 2027: Wer muss ab wann versenden, was muss das ERP?

    E-Rechnungspflicht 2027: Wer muss ab wann versenden, was muss das ERP?

    Seit Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Die Übergangsfrist für den Versand endet am 31.12.2026. Für viele Mittelständler stellt sich deshalb jetzt die Frage: Gilt die Versandpflicht für uns schon 2027, und schafft unser ERP das überhaupt?

    Kurz gesagt: Ab dem 01.01.2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz im B2B-Geschäft E-Rechnungen versenden, ab dem 01.01.2028 alle übrigen B2B-Unternehmen. Eine E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz nach EN 16931, ein PDF reicht nicht. Ihr ERP muss solche Rechnungen erzeugen, empfangen, einlesen und acht Jahre im Originalformat aufbewahren können.

    Wer muss ab wann E-Rechnungen versenden?

    Die Pflicht wird stufenweise eingeführt. Die folgende Übersicht fasst die Termine zusammen, wie sie intellicon auf der Seite E-Rechnungspflicht 2027 – Fristen und Checkliste (Stand September 2026) darstellt.

    StichtagWas gilt
    seit 01.01.2025Alle inländischen B2B-Unternehmen müssen E-Rechnungen empfangen können.
    bis 31.12.2026Übergangsfrist: Papier- und PDF-Rechnungen dürfen noch versendet werden.
    ab 01.01.2027Versandpflicht für Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz.
    ab 01.01.2028Versandpflicht für alle übrigen B2B-Unternehmen.
    bis Januar 2028Bestehende EDI-Verbindungen sind auf EN 16931 umzustellen (Angabe der intellicon-Seite).

    Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind von der Ausstellung befreit, müssen E-Rechnungen aber empfangen können. Ausgenommen sind laut intellicon außerdem Rechnungen an Privatkunden, Kleinbetragsrechnungen bis 250 € und Fahrausweise.

    Die Seite nennt zusätzlich einen Ausblick auf die europäische Initiative ViDA mit den Terminen 01.07.2028, 01.07.2030 und 01.01.2035. Was davon für Ihr Unternehmen konkret gilt, sollten Sie mit Ihrer Steuerberatung klären.

    Was ist eine E-Rechnung und was nicht?

    Eine E-Rechnung ist ein strukturierter, maschinenlesbarer Datensatz nach der europäischen Norm EN 16931. Die Software des Empfängers kann ihn ohne Abtippen verarbeiten. Ein PDF, das per E-Mail verschickt wird, ist dagegen keine E-Rechnung im Sinne der Pflicht, auch wenn es elektronisch übermittelt wird.

    In der Praxis sind zwei Formate verbreitet: die XRechnung als reiner XML-Datensatz und ZUGFeRD, das ein lesbares PDF mit eingebettetem XML verbindet. Bei ZUGFeRD kommt es auf Version und Profil an. Laut intellicon erfüllt ZUGFeRD ab Version 2.0.1 die Anforderungen, die Profile MINIMUM und BASIC-WL dagegen nicht.

    Was muss das ERP für die E-Rechnungspflicht können?

    Die Pflicht betrifft nicht nur den Rechnungsdruck. Sie berührt Stammdaten, Belegfluss, Archiv und Schnittstellen. Die folgende Prüfliste hilft Ihnen, den Stand Ihres Systems einzuschätzen.

    • Erzeugen: Das ERP erstellt Ausgangsrechnungen als XRechnung oder ZUGFeRD in einem zulässigen Profil.
    • Empfangen und einlesen: Eingehende E-Rechnungen werden nicht nur abgelegt, sondern als Daten übernommen und einer Bestellung oder einem Lieferanten zugeordnet.
    • Vollständige Stammdaten: Pflichtangaben wie die USt-IdNr. liegen sauber vor, und B2B- und B2C-Kunden sind klar getrennt.
    • Aufbewahrung: E-Rechnungen werden acht Jahre im strukturierten Originalformat archiviert, nicht nur als PDF-Ansicht.
    • Verfahrensdokumentation: Der Ablauf von Empfang, Prüfung und Archivierung ist nach GoBD beschrieben.
    • EDI: Bestehende EDI-Verbindungen mit Kunden und Lieferanten sind auf EN 16931 ausgerichtet.
    • Aktueller Release-Stand: Die ERP-Version erhält noch Updates, damit Formatänderungen ankommen.

    Eine ausführlichere Sieben-Punkte-Checkliste finden Sie im Beitrag Ist Ihr ERP bereit für die E-Rechnungspflicht 2027? auf intellicon.de.

    Warum entscheiden die Bestelldaten über die E-Rechnung?

    Eine E-Rechnung kann nur so vollständig sein wie die Daten, aus denen sie entsteht. Kommen Aufträge aus einem Onlineshop, Marktplatz oder per E-Mail, fehlen oft genau die Angaben, die eine strukturierte Rechnung braucht. Typisch sind eine fehlende USt-IdNr. oder eine unklare Trennung zwischen Geschäfts- und Privatkunden.

    Nach Angabe von intellicon müssen die Bestelldaten deshalb vollständig ins ERP gelangen, etwa über die Multi-Shop-Schnittstelle für Sage 100 oder über intellicon Commerce. Wer hier nacharbeiten muss, sollte das vor 2027 erledigen und nicht erst, wenn die ersten Kunden Rechnungen zurückweisen.

    Wie ist Sage 100 auf die E-Rechnung vorbereitet?

    Für Anwender der Sage 100 gibt es eine gute Nachricht: Das Komfortpaket E-Rechnung ist seit dem 01.01.2026 im Standard enthalten. Dazu wird die Lizenzdatei getauscht, vorausgesetzt ist ein aktuelles Release wie 9.0.9 oder 9.0.10. Details beschreibt der Beitrag zum Sage 100 E-Rechnung Komfortpaket.

    Mit Version 9.0.11 hat Sage laut intellicon den E-Rechnungs-Import um ein Protokoll ergänzt, die Zuordnung von Bestellnummern vorsichtiger gestaltet und Korrekturen an ZUGFeRD und XRechnung vorgenommen. Wer noch eine ältere Kauflizenz ohne Updates nutzt, sollte prüfen, ob diese Neuerungen bei ihm überhaupt ankommen.

    Ist der Empfang geregelt, lohnt der nächste Schritt: Eingangsrechnungen nicht nur einlesen, sondern automatisch weiterverarbeiten. Wie das geht, zeigt unser Beitrag Rechnungseingang automatisieren in der Sage 100.

    Worauf sollten Sie achten?

    Die Termine sind verbindlich, die Umsetzung im Detail ist es nicht immer eindeutig. Einige Punkte werden in Projekten häufig unterschätzt.

    • Die Umsatzgrenze bezieht sich auf den Vorjahresumsatz. Prüfen Sie früh, in welche Gruppe Ihr Unternehmen fällt.
    • Ein PDF mit hübschem Layout bleibt ein PDF. Entscheidend ist der strukturierte Datensatz.
    • Der Empfang ist schon heute Pflicht. Ein Postfach, in dem XML-Dateien ungelesen liegen, hilft im Alltag wenig. Planen Sie, wie eingehende E-Rechnungen geprüft und weiterverarbeitet werden.
    • Archivierung und Verfahrensdokumentation sind eigene Aufgaben und werden durch die Rechnungsfunktion des ERP nicht automatisch erledigt.

    Dieser Beitrag ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die genannten Fristen und Ausnahmen geben den Stand der intellicon-Seiten wieder. Für die verbindliche Einordnung Ihres Unternehmens ist Ihre Steuerberatung zuständig.

    Häufige Fragen

    Muss ich als kleines Unternehmen schon 2027 E-Rechnungen versenden?

    Nur wenn Ihr Vorjahresumsatz über 800.000 € liegt. Alle übrigen B2B-Unternehmen sind ab dem 01.01.2028 verpflichtet. Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind von der Ausstellung befreit, müssen E-Rechnungen aber empfangen können.

    Ist eine PDF-Rechnung per E-Mail eine E-Rechnung?

    Nein. Eine E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz nach EN 16931, zum Beispiel eine XRechnung oder eine ZUGFeRD-Rechnung ab Version 2.0.1 in einem zulässigen Profil. Ein reines PDF erfüllt die Pflicht nicht.

    Wie lange muss ich E-Rechnungen aufbewahren?

    Laut intellicon acht Jahre, und zwar im strukturierten Originalformat. Zusätzlich gehört der Ablauf in eine Verfahrensdokumentation nach GoBD. Lassen Sie die Details von Ihrer Steuerberatung bestätigen.

    Kann Sage 100 E-Rechnungen erstellen und einlesen?

    Ja. Das Komfortpaket E-Rechnung ist seit dem 01.01.2026 im Standard der Sage 100 enthalten, Voraussetzung ist ein aktuelles Release. Version 9.0.11 bringt einen E-Rechnungs-Import mit Protokoll.

    Wie gehen Sie jetzt am besten vor?

    Klären Sie zuerst, ab wann die Versandpflicht für Ihr Unternehmen gilt, und prüfen Sie dann Ihr ERP anhand der Liste oben. Einen Überblick über die Möglichkeiten mit der Sage 100 bietet die Seite E-Rechnung mit Sage 100. Wenn Sie Ihren Stand mit jemandem durchgehen möchten, buchen Sie eine kostenlose Erstberatung (30 Minuten).

  • Bestellungen aus E-Mails automatisch erfassen: So funktioniert es

    Bestellungen aus E-Mails automatisch erfassen: So funktioniert es

    Im Vertriebsinnendienst vieler Händler und Hersteller sieht der Morgen ähnlich aus: Das Postfach ist voll mit Bestellungen, manche im E-Mail-Text, viele als PDF im Anhang, jede in einem anderen Layout. Jemand liest, sucht Kunde und Artikel heraus und tippt alles in die Warenwirtschaft.

    Diese Arbeit ist fehleranfällig und bindet Fachkräfte, die eigentlich Kunden beraten sollten. Lässt sie sich automatisieren, ohne die Kontrolle abzugeben?

    Kurz gesagt: Bestellungen aus E-Mails und PDF-Anhängen lassen sich automatisch erfassen, indem eine KI die Nachricht als Bestellung erkennt, Kunde, Artikel und Mengen ausliest, diese gegen die Stammdaten prüft und daraus einen geprüften Vorgang anlegt. Bei intellicon Commerce übernimmt das die Vertriebsinnendienst-KI, die auch Anfragen, Nachfragen und EDIFACT-Eingänge verarbeitet. Unklare Fälle landen in einer Klärliste, sodass der Mensch dort entscheidet, wo die Maschine unsicher ist.

    Warum ist das Abtippen von Bestellungen so aufwendig?

    Eine Bestellung per E-Mail wirkt einfach, enthält aber mehrere Zuordnungsaufgaben. Der Absender muss einem Kundenkonto zugeordnet werden. Artikel tragen oft die Bezeichnung oder Nummer des Kunden statt der eigenen. Mengen, Einheiten, Lieferadressen und Wunschtermine stehen an unterschiedlichen Stellen.

    Jede dieser Zuordnungen ist für sich schnell erledigt. In der Summe entsteht aber genau die Routinearbeit, die intellicon mit dem LZV-Faktor beschreibt: Stunden, in denen Menschen Daten transportieren, abgleichen und zuordnen, die längst eine Maschine erledigen könnte.

    Wie erkennt eine KI Bestellungen in E-Mails und Anhängen?

    Die Vertriebsinnendienst-KI von intellicon Commerce arbeitet laut Anbieter in vier Schritten. Dabei verarbeitet sie neben Bestellungen auch Anfragen und Nachfragen, also zum Beispiel die Frage nach einem Liefertermin.

    1. Erkennen: Eingehende E-Mails und ihre Anhänge werden darauf geprüft, ob es sich um eine Bestellung, eine Anfrage oder eine Nachfrage handelt.
    2. Auslesen: Die relevanten Angaben wie Kunde, Artikel, Mengen und weitere Bestelldaten werden aus Text und Anhang gelesen.
    3. Validieren: Die ausgelesenen Daten werden gegen die Stammdaten geprüft, etwa ob Kunde und Artikel existieren.
    4. Als geprüften Vorgang anlegen: Das Ergebnis wird als Vorgang angelegt, der weiterverarbeitet werden kann.

    In der Demo zeigt die Lösung zu jeder Erkennung eine Sicherheit in Prozent. So ist nachvollziehbar, wie sicher sich die KI bei einem Vorgang ist, statt dass ein Ergebnis ungeprüft übernommen wird.

    Was passiert mit unklaren Bestellungen?

    Kein System liest jede Bestellung fehlerfrei. Entscheidend ist deshalb, was mit den Fällen geschieht, die nicht eindeutig sind. In intellicon Commerce landen unklare Fälle in einer Klärliste statt in einem Fehlerprotokoll.

    Dahinter steht ein Grundsatz, den der Anbieter als „AI-first mit Letzthoheit beim Menschen“ beschreibt: Was sicher entschieden werden kann, läuft automatisch. Wo die Maschine unsicher ist, entscheidet ein Mitarbeiter, und zwar gezielt bei diesem einen Fall, nicht bei jeder Bestellung.

    Für den Innendienst verändert das die Arbeit. Statt alle Bestellungen abzutippen, bearbeitet er die Klärliste und kümmert sich um Sonderfälle, Rückfragen und Kunden.

    E-Mail, PDF oder EDI: Welcher Weg passt zu welchem Kunden?

    Nicht jede Bestellung braucht eine KI. Kunden, die strukturierte Daten senden können, sind über EDI oft besser angebunden. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung:

    EingangswegTypischer AbsenderPassende Lösung
    Freitext in der E-Mailkleinere Kunden, EinzelbestellungenVertriebsinnendienst-KI
    PDF-Anhang in wechselnden LayoutsEinkaufsabteilungen mit eigenem BestellformularVertriebsinnendienst-KI
    EDIFACTGroßkunden und HandelskettenVertriebsinnendienst-KI (EDIFACT-Eingang) oder klassische EDI-Anbindung
    openTRANS, BMEcat, CSV, Datanorm über AS2, SFTP, HTTP(S) oder E-MailKunden mit eigener EDI-InfrastrukturEDI-Schnittstelle, für Sage 100 etwa Customer Connect

    Für Sage-100-Anwender bietet intellicon mit Customer Connect eine eigene Lösung für strukturierte Formate. Einen Überblick gibt die Seite EDI-Schnittstellen zu Lieferanten und Kunden. Beide Wege können gut nebeneinander laufen: EDI für die großen, regelmäßigen Kunden, die KI für alles, was weiterhin per E-Mail kommt.

    Worauf sollten Sie achten? Die ehrlichen Grenzen

    • Keine Garantie auf Vollautomatik: Wie viele Bestellungen ohne Eingriff durchlaufen, hängt von Ihren Kunden, deren Formaten und der Qualität Ihrer Stammdaten ab. Belastbare Quoten lassen sich erst mit Ihren eigenen Bestellungen ermitteln.
    • Stammdaten sind die Basis: Die KI prüft gegen Kunden- und Artikelstamm. Fehlen dort Daten oder sind sie veraltet, landen mehr Fälle in der Klärliste.
    • Übergabe ins ERP je System verschieden: Wie der geprüfte Vorgang in Ihre Warenwirtschaft gelangt, hängt vom ERP-Connector ab. Der Umfang ist je System unterschiedlich und sollte vorab geklärt werden.
    • Datenschutz: Bestellungen enthalten personenbezogene Daten. intellicon Commerce setzt laut Anbieter auf DSGVO-Konformität und Hosting in der EU; prüfen Sie dennoch, wie die Verarbeitung in Ihre Verfahrensdokumentation passt.

    Was kostet die automatische Erfassung von Bestellungen?

    Die Vertriebsinnendienst-KI kostet laut Preisseite von intellicon Commerce 349 € im Monat je Mitarbeiter, dazu einmalig 4.800 € pauschal für Einrichtung, Schulung und Onboarding, jeweils netto. Voraussetzung ist das Basissystem von intellicon Commerce (ab 149 € im Monat plus 1.490 € einmalig) und in der Regel ein ERP-Connector.

    Ob sich das rechnet, lässt sich gut an der eigenen Zeit messen: Wie viele Stunden verbringt Ihr Innendienst pro Woche mit dem Erfassen von Bestellungen aus E-Mails? Diese Zahl ist die ehrlichste Grundlage für die Entscheidung.

    Wie die Bestellungen danach bis zum Versand weiterlaufen, beschreibt der Beitrag Shop, ERP und Versand automatisieren, ohne das ERP zu wechseln. Arbeitet Ihr Außendienst mit HubSpot, lohnt zusätzlich ein Blick auf HubSpot mit der Warenwirtschaft verbinden.

    Häufige Fragen zur automatischen Erfassung von Bestellungen

    Kann eine KI Bestellungen aus PDF-Anhängen auslesen?

    Ja. Die Vertriebsinnendienst-KI von intellicon Commerce erkennt Bestellungen, Anfragen und Nachfragen in E-Mails und Anhängen, liest sie aus, prüft sie gegen die Stammdaten und legt einen geprüften Vorgang an.

    Was passiert, wenn die KI eine Bestellung nicht sicher erkennt?

    Unklare Fälle landen in einer Klärliste und werden von einem Mitarbeiter entschieden. Die Erkennung wird mit einer Sicherheit in Prozent angezeigt, sodass nachvollziehbar ist, wie sicher ein Ergebnis ist.

    Funktioniert das auch mit EDIFACT?

    Laut Anbieter verarbeitet die Vertriebsinnendienst-KI auch EDIFACT-Eingänge. Für Sage-100-Anwender mit vielen strukturierten Formaten gibt es zusätzlich die EDI-Lösung Customer Connect.

    Was kostet die Vertriebsinnendienst-KI?

    349 € im Monat je Mitarbeiter plus 4.800 € einmalig, jeweils netto. Dazu kommen das Basissystem von intellicon Commerce und in der Regel ein ERP-Connector.

    Wie geht es weiter?

    Einen Überblick über die Vertriebsinnendienst-KI und die übrigen Bausteine finden Sie bei intellicon Commerce. Am aussagekräftigsten ist ein Test mit Ihren eigenen Bestellungen. Wie das ablaufen kann, besprechen Sie in einer kostenlosen Erstberatung (30 Minuten).