Viele Sage-100-Anwender mit Sage Shop haben Post von Sage bekommen: Der Sage Shop auf Basis von ePages wird abgekündigt, die Verträge werden gekündigt. Damit stellt sich eine Frage, die man sich bei einem laufenden Shop ungern stellt: Wohin jetzt, und wie zieht man um, ohne Umsatz und Sichtbarkeit bei Google zu verlieren?
Kurz gesagt: Sage hat den ePages-basierten Sage Shop abgekündigt. Sage-100-Anwender haben im Wesentlichen vier Wege: Wechsel zu Shopify, zu Shopware 6, zu WooCommerce oder Verbleib bei ePages mit einer neuen Anbindung an die Sage 100. Für einen Umzug ohne SEO-Verlust sind eine vollständige Datenübernahme, eine Weiterleitungsliste von alten auf neue Adressen und idealerweise ein Parallelbetrieb entscheidend.
Was bedeutet die Abkündigung des Sage Shops?
Nach Angaben von intellicon hat Sage den ePages-basierten Sage Shop abgekündigt und die bestehenden Verträge gekündigt. Hintergründe beschreibt der Beitrag zum Support-Ende für den Sage 100 ePages Shop. Für Händler heißt das: Der bisherige Weg, Shop und Sage 100 aus einer Hand zu beziehen, endet.
Die konkreten Termine stehen im Kündigungsschreiben von Sage. Pauschale Daten für alle Kunden gibt es nicht, deshalb sollten Sie das Schreiben zuerst heraussuchen und die für Sie geltenden Fristen notieren. Davon hängt ab, wie viel Zeit für Auswahl, Einrichtung und Test bleibt.
Welche Alternativen haben Sage-100-Anwender?
intellicon beschreibt vier Wege. Alle setzen voraus, dass der neue oder bestehende Shop wieder sauber mit der Sage 100 verbunden wird:
| Weg | Was das bedeutet | Für wen er naheliegt |
|---|---|---|
| Shopify | Gemieteter Cloud-Shop, Betrieb und Updates übernimmt der Anbieter. | Händler, die sich nicht um Server und Updates kümmern möchten. |
| Shopware 6 | Shopsystem, das selbst oder bei einem Dienstleister betrieben werden kann und viel Gestaltungsspielraum bietet. | Händler mit umfangreichem Sortiment oder besonderen Anforderungen, auch im B2B. |
| WooCommerce | Shop-Erweiterung für WordPress. | Unternehmen, die bereits mit WordPress arbeiten und Inhalte und Shop zusammenführen möchten. |
| Bei ePages bleiben | Der Shop läuft weiter bei ePages, die Anbindung an die Sage 100 übernimmt dann intellicon. | Händler, die mit ihrem Shop zufrieden sind und keinen Systemwechsel wollen. |
Die Spalte „Für wen er naheliegt“ ist eine grobe Orientierung, keine Empfehlung im Einzelfall. Entscheidend sind Ihr Sortiment, Ihre Kunden, Ihr Budget und die Frage, wer den Shop künftig betreut.
Wie bleibt der Shop mit der Sage 100 verbunden?
Für Shopify, Shopware 6 und WooCommerce bietet intellicon die Multi-Shop-Schnittstelle für Sage 100 an. Laut Anbieter werden Artikel in der Sage 100 gepflegt und mit Attributen, Bildern und Datenblättern in den Shop übertragen. Aufträge kommen als Sage-Belege zurück, Kunden werden mit Dublettenprüfung angelegt, Bestände, Preise und Status werden abgeglichen.
Wer im Shop Geschäftskunden bedient, sollte auch an kundenindividuelle Preise denken. Dafür gibt es die B2B-Suite für Sage 100 und Shopware oder Shopify mit kundenindividuellen Preisen, Rabatten und Produktberechtigungen. Wenn Ihr Shop vor allem Stammkunden für Nachbestellungen dient, kann auch ein reines Bestellportal eine Option sein, wie im Beitrag B2B-Bestellportal einrichten beschrieben.
Wie gelingt der Umzug ohne SEO-Verlust?
Bei einem Shopwechsel ändern sich fast immer die Adressen der Seiten. Google kennt aber nur die alten Adressen. Werden sie nicht weitergeleitet, landen Besucher auf Fehlerseiten, und über Jahre aufgebaute Rankings gehen verloren. Diese Schritte haben sich bewährt:
- Bestand erfassen: alle bisherigen Adressen von Artikeln, Kategorien und Inhaltsseiten exportieren, auch die besonders häufig besuchten.
- Daten übernehmen: Artikel, Texte, Bilder und Kunden aus dem ePages-Shop in das neue System übertragen.
- Weiterleitungsliste anlegen: jeder alten Adresse eine passende neue zuordnen und dauerhaft (Statuscode 301) weiterleiten.
- Inhalte erhalten: Seitentitel, Beschreibungen und Produkttexte möglichst übernehmen statt neu zu schreiben.
- Parallel testen: den neuen Shop mit Sage-100-Anbindung durchspielen, bevor der alte abgeschaltet wird.
- Nach dem Wechsel beobachten: in der Google Search Console auf Fehlerseiten und Einbrüche achten und die Liste nachbessern.
Nach Angabe von intellicon gehören Datenübernahme aus dem ePages-Shop, eine Weiterleitungsliste von alt nach neu und ein möglicher Parallelbetrieb zur Wechselbegleitung. Gerade der Parallelbetrieb nimmt Druck aus dem Projekt, weil der alte Shop weiterverkauft, bis der neue sicher läuft.
Worauf sollten Sie bei der Planung achten?
Der häufigste Fehler ist Zeitdruck. Wer erst kurz vor Vertragsende beginnt, hat keinen Spielraum für Tests und landet bei Kompromissen. Planen Sie die Auswahl des Shopsystems, die Einrichtung der Anbindung und den Test mit echten Aufträgen als getrennte Schritte.
- Fristen aus dem Kündigungsschreiben von Sage notieren.
- Anforderungen sammeln: Sortiment, Varianten, B2B-Preise, Zahlarten, Versand.
- Klären, wer den neuen Shop betreibt und pflegt.
- Vorhandene Anpassungen und Sonderfunktionen des alten Shops auflisten.
- Zeit für Datenübernahme, Weiterleitungen und Testbestellungen einplanen.
Seien Sie außerdem realistisch: Ein neuer Shop sieht anders aus und bedient sich anders. Auch bei sorgfältigen Weiterleitungen kann es nach dem Wechsel eine Zeit dauern, bis sich die Rankings stabilisieren. Eine Garantie, dass jede Position erhalten bleibt, kann niemand seriös geben. Gute Vorbereitung senkt das Risiko aber deutlich.
Häufige Fragen
Bis wann kann ich den Sage Shop noch nutzen?
Die konkreten Termine stehen im Kündigungsschreiben, das Sage an die Vertragskunden verschickt hat. Pauschale Daten für alle Kunden gibt es nicht. Prüfen Sie daher Ihr Schreiben und planen Sie den Umzug mit ausreichend Vorlauf.
Kann ich bei ePages bleiben?
Ja, das ist einer der vier Wege. Der Shop läuft dann weiter bei ePages, und intellicon übernimmt die Anbindung an die Sage 100. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, wie zufrieden Sie mit Ihrem bisherigen Shop sind.
Welche Shopsysteme lassen sich an die Sage 100 anbinden?
Für den Wechsel nennt intellicon Shopify, Shopware 6 und WooCommerce. Die Multi-Shop-Schnittstelle unterstützt laut Anbieter darüber hinaus weitere Systeme wie OXID eSales, Adobe Commerce (Magento) und PlentyOne.
Wie vermeide ich, dass meine Google-Rankings einbrechen?
Entscheidend ist eine vollständige Weiterleitungsliste, die jede alte Adresse dauerhaft auf die passende neue Seite umleitet. Übernehmen Sie Texte und Seitentitel möglichst unverändert und beobachten Sie nach dem Wechsel die Google Search Console. Ein Parallelbetrieb gibt Zeit zum Testen.
Einen Überblick über die Wechselwege und die Begleitung durch intellicon finden Sie auf der Seite Sage Shop abgekündigt: Alternativen und Wechsel. Wenn Sie Ihre Situation besprechen möchten, buchen Sie eine kostenlose Erstberatung von 30 Minuten.





